Der Turm der Nicolaikirche ist das einzige noch vorhandene Bauwerk in Lippstadt aus
dem 12. Jahrhundert. Es handelt sich um einen Wehrturm, der in kriegerischen Zeiten
Zuflucht bot. Der schmucklose Turm wird nur durch die romanischen Schallöcher
aufgelockert. In der unteren Zone sind es einfache Bogenfenster, in den darüber
liegenden Stockwerken sind es Doppelbogenfenster.
Die ursprüngliche Nicolai-Kirche wurde mit der Reformation in Lippstadt 1532
evangelisch. Nachdem in den folgenden Jahrhunderten die katholische Bevölkerung in
Lippstadt wieder anwuchs, wurde die Kirche 1807 der neuen katholischen Gemeinde
St. Nicolai übergeben.
Im Jahre 1872 entschloss sich die Gemeinde, die baufällige und auch zu klein
gewordene Kirche abzureißen und durch einen Neubau zu ersetzen. Mit Planung und
Durchführung wurde der Paderborner Diözesanbaumeister Güldenpfennig beauftragt.
Er schuf eine dreischiffige Hallenkirche im neugotischem Stil. Durch die große
Opferbereitschaft der Gemeinde konnte der Bau bereits 1875 vollendet werden.
Verspätet aufgrund des "Kulturkampfes" in Preußen wurde die Kirche erst 1891 durch
den Paderborner Weihbischof Augustinus Gockel feierlich konsekriert.
Innenansicht der St. Nicolai-Kirche - 2005
Nach verschiedenen Vorgängerinstrumenten wurde die Orgel in der jetzigen Form
1975/76 fertiggestellt. Die Orgelbaufirma Siegfried Sauer aus Höxter
nahm eine Neukonzeption vor, bei der sie im wesentlichen auf das Pfeifenmaterial
der Vorgängerorgel zurückgriff. Die Frontansicht der Orgel sowie das Gehäuse
und der freistehende Spieltisch wurden komplett neu gestaltet. Die 47 klingenden
Register verteilen sich auf drei Manuale und Pedal mit zusammen 3815 Pfeifen.
Die Disposition dieser Orgel erlaubt eine überzeugende Darstellung der gesamten Orgelliteratur
von
den Anfängen bis heute. Im Jahre 2005 wurde die Orgel durch die Orgelbaufirma
Speith aus Rietberg generalüberholt und neu intoniert.
Für die Werktagsgottesdienste, die meistens in der Kreuzkapelle gefeiert
werden, steht eine einmanualige Orgel zur Verfügung. Gebaut wurde dieses Instrument
im Jahr 1966 von der Firma Stockmann aus Werl. Es umfasst 6 Register bei
angehängtem Pedal und verfügt über mechanische Spiel- und Registertraktur.
Der romanische Kirchturm von St. Nicolai beherbergt die ältesten original erhaltenen Musikinstrumente der Stadt. Es sind die drei Glocken des 13. Jahrhunderts, welche den hohen Stand der Glockengießerkunst jener Zeit in Westfalen dokumentieren. Hinzu kommen drei „neue“ Glocken: zwei aus dem Jahr 1947 in der sogenannten Briloner Sonderbronze gegossen und die sogenannten Annaglocke im Dachreiter aus dem Jahr 1990. Nähere Informationen zu den Glocken