| Der folgende Artikel aus dem
Online-Angebot der Lippstädter Tageszeitung "Der Patriot" wurde Ihnen von
Petra Stolte
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Dienstag, der 12. September 2006 | |
Geistvoll und spritzig | |
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Die Akustik der Nicolaikirche erwies sich als nicht ideal für das Ensemble Quintessence | |
LIPPSTADT Das war
schon ein ungewöhnliches Klangerlebnis am Freitag in der Lippstädter
Nicolaikirche mit dem Ensemble Quintessence und Harduin Boeven, Orgel.
Ungewöhnlich nicht nur, weil da fünf Saxophonisten schmissig in einer
Kirche agierten.Ungewöhnlich und auch ein wenig fragwürdig, das
selbstverständlich nur Bearbeitungen gespielt werden mussten, denn die
zentralen Komponisten des Programms, Johann Sebastian Bach (wer ließe sich
diesen Giganten schon entgehen?) und Wolfgang Amadeus Mozart haben nun mal
noch nicht für diese Instrumente geschrieben.Da fällt natürlich schon die Qualität solcher notwendiger Bearbeitungen unterschiedlich aus, selbst wenn die gespielten Komponisten vor der Tatsache von Bearbeitungen selbst nie zurückgeschreckt sind. Und sie wurden von den beachtlichen Künstlern Ulli Lettermann, Hartmut Salzmann, Andreas Menzel, Tom Göstemeyer und Anatole Gomersall überzeugend gespielt, halten zudem sowieso jede Bearbeitung aus, was ja auch ihre oft heimliche Anwesenheit selbst in der Popmusik beweist. Am überzeugendsten war das Musizieren, wenn man sich möglichst weit vom Original entfernte, nur noch Partikel der Komposition zu Neuem fügte. So etwa im fast schon zu populären „Wachet auf“ von Bach, das Harduin Boeven an der Orgel streng und uneitel vorgab und dann von den Bläsern aus Kleinteilen neu zusammengefügt aufgenommen wurde. Das war ebenso überzeugend wie die zunächst angemessen verschleierte, etwas freche Bearbeitung von Mozarts „Ave verum“, die schließlich in der Orgel das bekannte, in seiner Schlichtheit faszinierende, kurz vor seinem Tod entstandene Werk durchscheinen ließ. Hier gelang dann auch die Überwältigung des Publikums durch einen Klangschwall. Das war nicht überall so, denn die Akustik der Nicolaikirche hüllte das meiste Musizieren in eine Klangwolke, die ein differenziertes Hören fast unmöglich macht. Und für ein Eintauchen in ein meditatives Klangereignis sind fünf Saxophone einfach zu laut. Das spricht nicht gegen die famose Leistung der Ausführenden. Die sei für den technisch souverän und klanglich subtil aufspielenden Organisten Harduin Boeven ebenso hoch anerkannt, wie für die geistvoll, witzig und spritzig agierenden Instrumentalisten. Ein höchst ungewöhnliches Klangerlebnis war es also, bis hin zu Georg Friedrich Händels „Halleluja“. Dafür sei den Veranstaltern herzlich gedankt. | |
AK |
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