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LIPPSTADT
„Hebe
deine Augen auf“ - unter diesem Titel sang das Ensemble Cadenza in St.
Nicolai Vokalwerke aus dem geistlichen Werk von Felix Mendelssohn
Bartholdy. Harduin Boeven, der die Gesamtleitung des Konzerts übernahm,
bereicherte den Abend nicht nur mit seinem glänzenden Orgelspiel, sondern
auch mit kurzen musikwissenschaftlichen Erläuterungen zu den jeweiligen
Stücken. So machte er die Zuhörer zu Beginn auf die Parallelen zu
Kompositionen von Johann Sebastian Bach in der Musik Mendelssohn, der ein
großer Bach-Verehrer war, aufmerksam.Das erste Vokal-Quartett „Wirf dein
Anliegen auf den Herrn“ aus dem „Elias“-Oratorium enthielt zum Beispiel
choralähnliche Melodien, die in Bach´schen Passionen zu finden sind. Die
Sänger in der Besetzung Stephanie Lönne (Sopran), Christiane Theilig
(Alt), Klaus Becker (Tenor) und Christoph Claßen (Bass) ergänzten sich
hervorragend. Beim Terzett „Hebe deine Augen auf“ dominierte Stephanie
Lönne mit ihrem kräftigen Sopran. Ruth Pernau trat als zweite Altstimme
hinzu. Die geistlichen Lieder begannen jeweils mit einem Solopart,
bevor die anderen Stimmen zu einem fugenähnlichen Teil einsetzten. So
überzeugte Christoph Claßen in der Hymne „Lass, o Herr, mich Hilfe finden“
mit einer Bassstimme, die gekonnt den ruhigen, flehenden Charakter des
Liedes darstellte. Christiane Theilig wusste wiederum die freudige,
dankbare Stimmung in dem nun schnelleren „Herr, wir trau´n auf deine Güte“
umzusetzen. Klaus Becker trug die Arie „Bei dir gilt nichts denn Gnad“ mit
klarer Tenorstimme vor. Zwischen den Blöcken von Vokalstücken
begeisterte Harduin Boeven die Zuhörer mit unglaublich präzisem und
künstlerischem Orgelspiel, so dass neben dem zu Anfang des Konzerts
erklungenen Praeludium der erste Satz der Sonate A-Dur sowie die
viersätzige Sonate B-Dur ganz besondere musikalische Genüsse
darstellten. Mit dem dramatischem Mittelteil in Moll bei der ersten
Sonate, gelang es dem Musiker, die Zuhörer regelrecht zu fesseln. In der
B-Dur-Sonate präsentierte er den unterschiedlichen Charakter der Sätze
hervorragend. Zuletzt erklang die großartige Hymne „Hör´ mein Bitten“ -
ein passender Abschluss für einen solchen Konzertabend, der durch eine
Zugabe noch verlängert wurde.
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