Dienstag, der 28. August 2007 | |
Mal besinnlich, mal lebhaft | |
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Ein Zusammenspiel von Flöte und Orgel: Jean-Francois Simoine und Michael Seeligmüller aus Toulouse präsentierten reizvolle Klangkontraste in der Pfarrkirche St. Joseph | |
LIPPSTADT Die Flöte stand im
konzertanten Mittelpunkt, als zwei profilierte Künstler aus Toulouse in
einem erlesenen Sonderkonzert in der Pfarrkirche St. Joseph ihre
musikalische Visitenkarte abgaben: Seit 35 Jahren beschäftigt sich der in
Lille gebürtige Solist Jean-Francois Simoine mit seinem
Lieblings-Instrument, der Flöte, die er bereits als Zehnjähriger zum
ersten Mal spielte. Bei seinem Gastspiel in Lippstadt wurde er auf der
Orgel begleitet von Michael Seeligmüller. Er wurde in Apolda im Weimarer
Land geboren, studierte an der Musikhochschule Weimar und ist inzwischen
als Musikdozent ebenfalls in Toulouse ansässig.Umrahmt von zwei
Barockwerken deutscher Komponisten hatten die Künstler naturgemäß auch
einige Tonschöpfungen französischer Komponisten in ihrem musikalischen
Marschgepäck. Eine ganze Welt voller Gefühle offenbarte Jean-Francois
Simoine auf seiner Querflöte mit seinem besinnlichen Solo-Vortrag „Syrinx“
von Claude Debussy: Edelste Klangpoesie in fein abgestufter elegischer
Gestaltung. Dagegen wirkte der Einblick in das Klangspektrum des 20.
Jahrhunderts mit Jehan Alains „Tres Mouvements“ wie ein bewusst
forcierter, dennoch reizvoller Klangkontrast.Auch Michael Seeligmüller stellte auf der Orgel von St. Joseph mit der Interpretation von Maurice Durufl és Präludium und Fuge über den Namen Alain mit einem anfangs gewählten verhaltenen Flötenregister einen passenden kompositorischen Bezugspunkt her, ehe er sich in recht virtuosen Klimmzügen mit teils vollgriffigen Akkorden in der Schlussfuge bis hin zum grandiosen Finale im Register-Plenum gewaltig zu steigern wusste. Mit angenehm zurückhaltendem Manualspiel erwies sich der Organist dank der klanglich geschickt kalkulierten Register-Disposition als souveräner Begleiter des Solo-Flötisten bei Zolt án Kodálys kurzen Epigrammen, aber auch bei Felix Mendelssohn-Bartholdys Liedern ohne Worte: Dumpfer Orgelbass im Pedal als passender Background für den Cantus Firmus der Flöte, dann wieder virtuose Elemente im lebhaften Forte (Agitato) und ein eher verhalten klingendes Finale im ven etianischen Gondellied. Freudig bewegte rasche Allegro-Ecksätze rahmten das besinnliche Andante-Thema bei Carl Philipp Emanuel Bachs C-Dur-Sonate. In nahezu Händel´scher Concerto-Grosso-Manier erklang zum Finale die barocke E-Moll-Sonate von Johann Joachim Quantz: Wohldosierte Tempi und das feinsinnige Aufspüren spannungsgeladener musikalischer Effekte der Komposition, vom feinfühligen Adagio bis hin zur quirligen, fast hastigen Allegro-Thematik und dem feurigem Vivace-Schlussdialog, bildeten die Erfolgsgaranten dieses nicht alltäglichen Konzerts. | |
LB |
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