Montag, der 10. September 2007 | |
Wenn Klassik auf Jazz trifft | |
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Künstler von „Quintessence“ gelingt in der Nicolaikirche musikalische Experiment | |
LIPPSTADT Wie klingt das, wenn
fünf Saxophonisten auf die Idee kommen, Stücke alter Meister mit ein wenig
Jazz aufzupeppen? Und wenn dann noch jemand dazu die Orgel spielt, sind
dann nicht Hopfen und Malz verloren? Um es vorweg zu nehmen: Beim
Saxophonquintett „Quintessence“ und dem Organisten Harduin Boeven ist das
Experiment gelungen. Das bewies das Konzert „Klassik meets Jazz“ in der
Nicolaikirche.Von Georg Friedrich Händels „Feuerwerksmusik“ über Johann
Sebastian Bachs „Toccata und Fuge“ und Ludwig van Beethovens „Ode an die
Freude“ aus der neunten Symphonie bis zu Wolfgang Amadeus Mozarts „Dies
irae“ aus dem Requiem reichte ihr Programm. Den Musikern gelang es während
des Konzerts immer wieder ihr Publikum zu überraschen.Uli Lettmann, der das Sopran-Saxophon spielte, hatte es angekündigt, dass das Zusammenspiel von Orgel und Saxophon verboten und verpönt sei. „Aber manchmal muss man etwas Verbotenes tun“, verkündete er lachend, so als freue er sich darauf, auf frischer Tat ertappt zu werden. Wenn Verbotenes so etwas für die Ohren Ungewohntes hervorbringt wie das Konzert von Boeven und dem Ensemble „Quintessence“, kann man beruhigt sein. Beispielsweise wirkte ihre Interpretation von Mozarts „Dies irae“ so frisch und schräg. Sie machten aus der Komposition eine moderne Version mit Elementen aus Jazz und Pop. Ebenfalls unterzogen sie Bachs „Fuge“ einer Frischzellenkur. Boeven, der an der Orgel zunächst die Toccata spielte, überließ den fünf Musikern der Gruppe „Quintessence“ bei der Fuge freie Bahn. Sie machten daraus ein neues Stück und mischten ihre Jazz-Improvisationen mit Bachs „Fuge“, die wie das Tröten eines Dampfes endete. Konzentriert war das Spiel der Saxophonisten und Boevens Interpretationen an der Orgel. Scharf und nüchtern klangen ihre Töne. Man spürte ihre Lust, ständig Neues entdecken zu wollen und eine Musik zu spielen, die eigentlich niemand hören sollte. Wie gut, dass die Zuschauer in der Nicolaikirche daran teilhaben konnten. | |
mes |
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