Mittwoch, der 14. Mai 2008 | |
Virtuos und raffiniert | |
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Der Geiger Hansdieter Meier und der Organist Harduin Boeven schlugen in St. Nicolai den Bogen vom Barock bis zum Boogie | |
LIPPSTADT Fröhlicher
Boogie-Swing auf der Geige mutierte zum musikalischen Sahne-Bonbon eines
erlesenen Kammerkonzerts in der Nicolaikirche: Violinvirtuose Hansdieter
Meier beendete mit dieser Eigenkomposition ein liebevoll
zusammengestelltes Programm unter dem Motto „Von Barock bis Boogie“. Sein
musikalischer Mitstreiter Harduin Boeven übte sich in angenehmer
Zurückhaltung und sorgte mit seiner dynamischen und exakten
Orgelbegleitung auf der kleinen, aber leistungsfähigen Konzertorgel im
Altarraum für ein wohlklingendes Concertino-Klangfundament.Mit
bezauberndem Weichklang auf seiner Violine gab sich Hansdieter Meier zu
Beginn bei Antonio Vivaldis h-Moll-Sonate im Andante-Preludio zunächst
recht besinnlich, bevor er mit dem Corrente-Mittelsatz mit flüssig
gestalteten Geigen-Kapriolen zu einer weiteren Temposteigerung im Presto
des kurzen Giga-Finalsatzes ansetzte.In einem kühnen Zeitsprung ins 20. Jahrhundert erstrahlte mit Aldo Serios Allegro in melodisch heiterer Gangart ein kurzes, adrettes Stückchen. Für den Geiger recht dankbar erwiesen sich auch die Beiträge von Fritz Kreisler und Daniel Hellbach: Von der teils kraftvoll intonierten Thematik mit sentimentalen Seitenthemen über eine schwermütig beseelte Dramatik bis hin zum synkopisch raffinierten Orgelrhythmus („Latin Ballad“) entwickelte das Duo ein buntes Kaleidoskop musikalischer Effekte. In Johann Sebastian Bachs G-Dur-Sonate BWV 1021 kamen die schön ausgearbeitete Basslinie wie auch die klangschöne Melodieführung im lieblich gestalteten Adagio und im sentimentalen Largosatz besonders gut zur Geltung. Ein resolut angegangenes Geigen-Vivace und ein kurzer, lebhafter Presto-Satz rahmten die Sonate. Im Kontrast hierzu wurde dann in sanfter Klangpoesie die Romantik mit Josef Rheinbergers Elegie zitiert. Zum instrumentalen Intermezzo für Orgel solo wählte Harduin Boeven Johann Sebastian Bachs c-Moll-Passacaglia. Das großartige Thema des ausgedehnten Variationswerkes zeigte Würde, Kraft und Eindringlichkeit. Mit stoischer Gelassenheit verwandelte der Organist die insgesamt 20 Veränderungen, steigerte sich in oft rasanten Manual-Laufpassagen bis zum virtuosen Finale im mixturverstärkten Prinzipalchor der Registerdisposition. Noch einmal rückten die virtuosen Fähigkeiten von Hansdieter Meier in den Vordergrund, als er mit seinem „Swinging Boogie“ die technischen Finessen seines Instruments geschickt auszuloten wusste. Als Dank für den verdient herzlichen Applaus wählten die Künstler Bachs berühmte Air sowie George Shearings rhythmisch markantes „Lullaby of Birdland“. | |
LB |
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