Montag, der 24. November 2008


Intime Atmosphäre

Liederabend „Liebe und andere Unwägbarkeiten“ mit Werken von Brahms, Mozart, Dvorak und Purcell im Probenraum des Nicolaiheims

Pianist Ekkehard Schoeps, die Sopranistin Silke Radau und die Mezzosopranistin Melanie Höltzel (v. l.).    Foto: MeschedeLIPPSTADT   Auf dem ersten Blick ist es kein Raum, in dem Träume wahr werden könnten. Etwas zu karg wirkt der Probenraum trotz der Pflanzen und Teelichter auf der Fensterbank. Doch diese Kargheit vergisst man in dem Moment, in dem Ekkehard Schoeps, Silke Radau und Melanie Höltzel im Nicolaiheim auf die Bühne treten.Von da an ziehen die drei Musiker ihr Publikum in den Bann und lassen den Zuschauern viel Raum für eigene Fantasien. „Liebe und andere Unwägbarkeiten“ lautet der Titel des abendfüllenden Liederabends. Für das Konzert haben Schoeps (Klavier), Radau (Sopran) und Höltzel (Mezzosopran) Kompositionen von Henry Purcell, Wolfgang Amadeus Mozart, Franz Schubert, Johannes Brahms, Antonin Dvorak und Alexander Zemlinsky ausgewählt. Als vielseitige Talente entpuppen sich dabei die Sopranistin Silke Radau und die Mezzosopranistin Melanie Höltzel. Mal scheinen sie mit ihren Liedern übermütig Geschichten zu erzählen, so als kämen sie von einer langen Reise zurück und müssten allen Menschen unbedingt von ihren Abenteuern berichten. Ihre Mimik spricht Bände. Mit ihren Armbewegungen unterstreichen sie das Gesungene. Doch dann wirken ihre Interpretationen traurig oder poetisch.
Der Pianist Ekkehard Schoeps ist ein passender Begleiter am Flügel. Nie drängt sich sein Spiel zu sehr in den Vordergrund. Er setzt Akzente, gibt den Stücken Kontur und Biss. Eine eigene Sprache für die Empfindungen der sich in den Liedern präsentierenden Figuren finden Radau und Höltzel mit ihren Interpretationen. Einen ganzen Kosmos an Gefühlen machen sie sichtbar. Flehentlich, so als ginge es um ihr Leben, singt beispielsweise Radau die Worte „Täusch mich nicht, verlass mich nicht“ aus Johannes Brahms „Zigeunerliedern“.
Am Ende ist es ein Glücksfall, dass die Aufführung im Probenraum des Nicolaiheims stattfand. Der kleine Raum verlieh dem Konzert letztendlich jene Intimität und Intensität, die dem Konzert gut bekam.


mes

Quelle: http://www.DerPatriot.de/index.php?content=lokal_artikel&ID=Pr-350773&RESSORT=KULTUR

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