Dienstag, der 13. April 2010


Beeindruckende Akzente

Musik in St. Nicolai widmete sich den Werken von Johann Pachelbel. Im Mittelpunkt standen dabei seine eher unbekannten Stücke

Das „Ensemble Cadenza“ beim Pachelbel-Konzert in St.Nicolai (v.r.): Klaudia Wolf, Karin Uhlenbrock, Christiane Theilig, Lars Baumann und Tim Schreiber. Foto: BrodeLIPPSTADT   Seit fünf Jahren stellt Kirchenmusiker Harduin Boeven im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Musik in St. Nicolai Lippstadt“ alljährlich ein Komponistenportrait vor. Nach Camille Saint Saens, Felix Mendelssohn-Bartholdy und Henry Purcell stand am Sonntagabend Johann Pachelbel, einer der bedeutendsten Barock-Komponisten der Generation vor Johann Sebastian Bach, im konzertanten Mittelpunkt eines informativen Gesprächskonzertes, in dem Harduin Boeven über das Leben und die Musik des süddeutschen Tonschöpfers informierte.Sein Anliegen war es insbesondere, auch die weniger bekannten Werke vorzustellen, daher verzichtete er ganz bewusst auf den berühmten D-Dur-Kanon. So standen die verschiedenen Formen von Pachelbels Vokalkompositionen wie Motetten und Kantaten im Mittelpunkt des Konzertes - eine dankbare Aufgabe für das „Ensemble Cadenza“, das sich aus Mitgliedern des Kammerchors Lippstadt zusammensetzt und sich in wechselnden Besetzungen über das Chorrepertoire hinaus selbstständig weitere musikalische Projekte aufführungsreif erarbeitet. Diesmal in der Besetzung mit Karin Uhlenbrock und Klaudia Wolf (Sopran), Christiane Theilig (Alt), Lars Baumann (Tenor) und Tim Schreiber (Bass) formierte sich wieder ein ausgezeichnetes Vokalquintett, das mit wohlklingendem Timbre bei den fünfstimmig gesungenen Motetten „Der Herr ist König“ und „Jauchzet dem Herrn“ beeindruckende Akzente zu setzen wusste. Dazu gehörten die Textvertonungen aus dem 100. Psalm und den freien Dichtungen des 17. Jahrhunderts ebenso wie die engagiert vorgetragenen Choralbearbeitungen.
Überaus lebendig wurden die nahtlosen Wechsel zwischen Choralvorträgen und freien Vertonungen skizziert. Zuweilen leidenschaftliche Deklamationen wechselten mit elegischer Klangpoesie auch bei der Choralkantate „Was Gott tut, das ist wohlgetan“ und dem Soloquartett bei der lateinisch gesungenen Magnificat-Version Pachelbels.
Neben den verschiedenen Vokalwerken wurden auch weniger bekannte Orgelwerke Johann Pachelbels durch Harduin Boeven intoniert. Hier wechselten virtuos gestaltete Laufpassagen mit behutsam in kleiner Registerdisposition nachempfundenen liedähnlichen Sequenzen.


LB

Quelle: http://www.DerPatriot.de/index.php?content=lokal_artikel&ID=Pr-415366&RESSORT=KULTUR

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