St. Nicolai

 

Die Glocken

 

Der romanische Kirchturm von St. Nicolai beherbergt die ältesten original erhaltenen Musikinstrumente der Stadt. Es sind die drei Glocken des 13. Jahrhunderts, welche den hohen Stand der Glockengießerkunst jener Zeit in Westfalen dokumentieren. Bis zum ersten Weltkrieg existierte noch die große Feuerglocke von 1712, welche 1924 als den Opfern des Krieges geweihte Michaelsglocke neugegossen wurde, dann aber 1942 wiederum mit einer weiteren Glocke von 1924 abgeliefert werden mußte. Die beiden neuen Glocken von 1947 sind in sogenannter Briloner Sonderbronze, einer Ersatzlegierung aus Kupfer und Silizium, gegossen. Seit 1990 gesellt sich die im Dachreiter befindliche Annaglocke hinzu, welche vorwiegend solistisch erklingt, an hohen Feiertagen aber dem sechsstimmigen Gesamtgeläut die Klangkrone verleiht.

 

Glocke

I

II

III

IV

V

VI

Name

Michaelsglocke

Nicolaiglocke

namenlos

Marienglocke

Kinderglocke

Annaglocke

Gußjahr

1947

13. Jh.

13. Jh.

1947

um 1300

1990

Gießer

Albert Junker / Brilon

unbekannt

unbekannt

Albert Junker / Brilon

Meister Lodewicus

Petit & Gebr. Edelbrock / Gescher

Material

Sonderbronze

Bronze

Bronze

Sonderbronze

Bronze

Bronze

Gewicht (ca.)

2.400 kg

1.860 kg

850 kg

775 kg

410 kg

56,5 kg

Durchmesser

1585 mm

1380 mm

1110 mm

1047 mm

795 mm

410 mm

Schlagton

des¹ +1

es¹ +1+

ges¹ -3

as¹ ±0

c² +7

es³ +5

Unterton

desº +3

esº +3

fº -1+

asº -6

c¹ -6

es² +4 (f)

Prime

des¹ -1

es¹ +9

as¹ -6

as¹ +6

c² -1

es³ +4

Terz

fes¹ +5

ges¹ +7

a¹ +2

ces² +4+

es² +4(-)

f³ +2

Quinte

as¹ +5

b¹ +5

des² -5

es² -2

g² -1-

n.m.

Oberoktave

des² +1

es² +1+

ges² -3-

as² ±0

c³ +7

n.m.

Die genauen Abweichungen von der absoluten Tonhöhe sind in 16teln eines Halbtons angegeben. Bezugston ist a¹ = 435 Hz.